Blossin – Mein Lerntagebuch

Faszination-titel

Am dritten Tag auf der Lernwerkstättentagung in Blossin hieß es, eine eigene Forscherfrage finden und bearbeiten mit Hilfe der vorgestellten Methoden und aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen. Der Prozess, von der Fragenfindung über Lösungsansätze bis hin zur Ergebnispräsentation, habe ich in meinem Lerntagebuch reflektiert und festgehalten. Hier ein paar Einblicke und Gedanken zu meiner persönlichen Forscherfrage…

Es dauerte lange Zeit und brauchte einige Gedankenanstöße der Lernbegleiter vor Ort, bevor ich zu meinem Thema fand. Das erste, was mich ansprach, war die Auswahl an Kindersachbüchern in der Forscherwelt. Bei meinen Gedanken zu möglichen Forschungsfragen (Layout, Typographie, Bildauswahl… ? ), kam ich schließlich zu meinem Thema: Faszination! Auslöser waren drei Überlegungen:

  1. Was hat mich angesprochen? – Ich bin fasziniert von gut durchdachten Büchern, die Inhalt und Form zu einem vielschichtigen Gesamtwerk verbinden.
  2. Warum mag ich mich jetzt aber nicht länger mit der Machart von Büchern beschäftigen? – Es ist nicht das Buch, sondern der Mensch dahinter, seine Gedanken und Weltsicht, die mich faszinieren und ich erforschen möchte.
  3. Eine Forscherfrage muss für mich auch einen Nutzen als Ziel haben. – Wie schaffe ich eine „faszinierende“ Lernumgebung für Kinder?

Faszination

Dieserlei Gedanken habe ich in einer Mind-Map angefangen zu ordnen und bin so zu meiner Forscherfrage gekommen. Im anschließenden Forscherdialog (nach Calvert, K. & Jakobi, R. (2010). Philosophieren und Forschen an eigenen Fragen.), konnte ich diesen Entwicklungsprozess noch besser strukturieren und unbewusst angewandte Methoden reflektieren; erkunden, beobachten (andere und mich), vergleichen, analysieren, testen, Fragen sammeln, ordnen, … Diese Art der Lernbegleitung ist hier, auf der Seite des ÖZBF, näher beschrieben. Weitere Tipps für Lernbegleiter befinden sich auf der Seite der Serviceagentur forschendes-lernen und in dem Handbuch Philosophieren von Leuchtpol e.V..

Beim Vergleich der Beobachtungen von den Ergebnissen aus unserer ersten
Aufgabe und meiner persönlichen Reflexion, bin ich zu folgenden Vermutungen
gekommen. Uns faszinieren Dinge,

  • die uns auf den ersten Blick schön erscheinen
  • die etwas Bekanntes in neuen Zusammenhängen zeigen
  • die Einblicke in noch unbekannte Gedankenwelten und Ordnungssystem zulassen
  • wo offensichtlich viel Zeit und Energie drin steckt, entweder direkt im Schaffensprozess oder in Form von Erfahrung, die sich in der Arbeit widerspiegelt

Meine Versuche
Ausgehend von diesen Vermutungen bin ich wieder in den Wald gegangen, wo mich zuerst nichts angesprochen hat und habe zwei Versuche gemacht.

Faszination-e

  1. Habe ich Blätter einer Roteiche nach Farbe und Zerfallsstadien sortiert und um einen Eichensetzling herum arrangiert, um den Kreislauf von Zerfall und Neuentstehung darzustellen. Diese Neuordnung war für mich schön und faszinierend zugleich und erfüllte damit meine Vermutung.
  2. Danach kam  mir der Gedanke, dass ja vor allem die Kiefernforste in
    Brandenburg ein Paradebeispiel für erkennbare Strukturen sind – aber weder schön, noch faszinierend wirken. So habe ich einen kleinen Stangenwald nachgebaut – was eintönig und langweilig war.

Faszination-f

Ergebnispräsentation
Durch die Vergleiche und die zwei kleinen Ordnungsversuche bin ich damit zu dem Ergebnis gekommen, dass es die geordnete Vielfalt ist, die uns vor allem fasziniert. Das scheinbare Durcheinander, in dem aber etwas Bekanntes enthalten ist oder eine Struktur erkennbar, deren Sinn sich uns nur noch nicht erschlossen hat – die Suche nach dem „roten Faden“. Faszination-Poster

Dies gibt uns den Anreiz und den Impuls, ans Forschen zu gehen. Wir spüren, da liegt eine versteckte Wahrheit in greifbarer Nähe. Und indem wir sie auseinander und neu zusammensetzen, in unser eigenes Ordnungssystem eingliedern, können wir diese Dinge verstehen und begreifen lernen. Und solche verborgene Zusammenhänge dann selbst zu erkennen, das macht Spaß und Freude beim Entdecken und Lernen!

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